Sezieren im Bio-LK der Q1

Am Donnerstag, den 09.06.16, führten die Schülerinnen und Schüler des Biologie-Leistungskurses bei Frau Heuer und Frau Steffens Untersuchungen anhand echter Kalmare unter der Leitung von Studenten der Uni Köln durch. Hierbei mussten unter anderem auch Körperteile der Meerestiere auf- und herausgeschnitten werden. Dabei wurden Aufgaben gelöst, die zur Ergänzung des Verständnisses über Ökologie und Evolution bezüglich der Kalmare beitrugen. 

Als wir in der ersten Stunde in den Raum kamen, war schon alles "gedeckt". Auf jedem Platz lag ein Schneidebrett, Schere, Skalpell, Pinzette und jede Menge Tücher. Nach einer kurzen Einführung in Form eines Filmes wurden die zuvor in Kühlschränken gekühlten Kalmare ausgeteilt. Kalt und glitschig waren sie ohne Tentakel etwa so groß wie eine Hand. Bevor wir anfingen die Tiere aufzuschneiden, sollten wir uns die zu bearbeitenden Aufgaben durchlesen, dann ging es aber direkt los.

Zuerst mussten wir den Beutefangapparat der Kalmare identifizieren und beschreiben. Dieser bestand aus den Tentakeln, 8 kurze und 2 lange, wovon manche aber nur noch einen hatten, und einem Gebiss, welches einem Papageienschnabel ähnelte und wir mit der Pinzette aus dem Kopf des Kalmars ziehen mussten. Wie dieser seine Beute damit fängt ist einleuchtend: Mit den langen Tentakeln fängt er Fische, Krebse und andere Weichtiere und hält sie mit den Saugnäpfen an dessen Enden fest. Mit den kurzen Tentakeln führt er sie an seinen "Schnabel", womit er die Beute zerkleinert und verspeist.

Anschließend sollten wir die Fortbewegung des Kalmars beschreiben und erklären. Hierzu mussten wir die Haut des Kalmars, den sogenannten Mantel, aufschneiden und uns die inneren Organe anschauen. Das ist leichter gesagt als getan, da die Tiere sehr glitschig sind und man mit dem Skalpell nicht weit kommt. Am besten packt man den Mantel mit der Pinzette und nutzt die Schere, damit rutscht man nicht an der fettigen Oberfläche ab (siehe Video). Kalmare bewegen sich nach dem Rückstoßprinzip fort, d.h. sie nehmen Wasser auf und stoßen es wieder aus. Dies geschieht in dem Schließapparat, der Wasser aufsaugt und dem Trichter, aus welchem es wieder ausgestoßen wird. Da der Trichter neben dem Kopf ist, bewegen sie sich "rückwärts"; der Kopf ist beim Schwimmen immer hinten.

Als nächstes sollten wir den Tintenbeutel herausschneiden und dessen Inhalt auf einem Blatt Papier verteilen. Dabei fiel auf, dass die Konsistenz der Tinte viel dickflüssiger ist, als man es sich vorstellt. Auch war der Tintensack vergleichsweise klein im Verhältnis zum Körper. Bei manchen Kalmaren konnte man aufgrund der Menge der Tinte im Beutel erkennen, wann sie sie zuletzt ausgestoßen haben, was sie eigentlich nur selten machen, da es sehr energieaufwändig ist.

Unsere letzte Aufgabe bestand darin, den Gladius herauszuschneiden und eine mögliche Funktion dessen zu nennen. Der Gladius, was lateinisch ist und 'Schwert' auf Deutsch heißt, ist eine durchsichtige Gräte am Rücken des Kalmars, welche ihm Stabilität verleiht, da er sonst nichts Festes in seinem Körper hat. Von der Konsistenz und der Form her ähnelt der Gladius einer Feder; tatsächlich wurde mit ihm in der Antike geschrieben. Daher kommt auch der Name des Kalmars, er bedeutet so viel wie "Feder des Meeres". 

Zusammenfassend war das Sezieren eine positive Ergänzung zum Unterricht, da man sowohl durch die Aufgaben sein Wissen über Kalmare füllen konnte, als auch - wenn man fertig war - eigenständig weiterschneiden und untersuchen konnte, wobei auch interessante Erkenntnisse herauskamen, beispielsweise dass das Gehirn des Kalmars viel kleiner als seine Augen ist. Außerdem tut es gut, anstatt theoretischem Unterricht etwas sehen und anfassen zu können und praktisch zu arbeiten. 

Josua Krebber (Q1)