Parisexkursion der Oberstufe vom 23. bis 25. April 2016

Heinrich Heine sagte: „Wenn der liebe Gott sich im Himmel langweilt, dann öffnet er das Fenster und betrachtet die Boulevards von Paris.“

Schon Heinrich Heine äußerte sich mit seinem Zitat positiv über die Stadt Paris, wo er einen großen Teil seines Lebens verbrachte. Nachdem er in Deutschland aufgrund seiner politischen Ansichten angefeindet wurde und ihm sogar eine Verhaftung drohte, siedelte er 1831 nach Paris über. Dort begann seine zweite Lebens- und Schaffensphase, in der er Bücher schrieb und manche deutsche Werke ins Französische übersetzte. Auf diese Weise förderte er die Verständigung und Kommunikation der beiden Länder. Des Weiteren war er Pariser Korrespondent der Augsburger Allgemeinen Zeitung. Er verbrachte den Rest seines Lebens in Paris, wo er auch seine Frau Mathilde kennenlernte. Die Tatsache, dass Heine auf dem Montmartre-Friedhof begraben liegt, beweist seine Verbundenheit mit Paris.

Unser erster Eindruck und unsere Meinungen zur Fahrt

Da einige von uns noch nie in Paris waren, wurden ebenfalls erste und neue Erfahrungen gemacht. Vieles war neu für uns: die Kultur, die Metro und natürlich die zahlreichen Kuriositäten, die wir besucht haben.

Der erste Eindruck als wir aus dem Untergrund der Metro aufgestiegen waren, war gewaltig. Die vielen verschiedenen Menschen und auch die ganzen Shoppingläden, die sehr belebt waren. Natürlich weiß man wie eine Großstadt aussieht, wenn man in Köln lebt, jedoch war das Erlebnis trotzdem neu und ungewöhnlich. Alle waren beeindruckt, auch die, die schon mal in Paris waren, da so etwas ein sehr einzigartiges und aufregendes Gefühl gibt. An jeder Straßenecke gab es neue Sachen zu entdecken, von neuen Restaurants bis zu neu eröffneten Läden, in denen man stöbern konnte. Wir waren beeindruckt von den verschiedenen alten Gebäuden, die man so nicht hier in Köln sieht, die aber auch Teile von Paris´ Vergangenheit zeigen. Jedes mal, wenn wir eine neue Kuriosität besuchten, waren wir aufgeregt und erstaunt und machten sehr viele Fotos.

Insgesamt fanden wir die Parisfahrt sehr lohnenswert und interessant. Jeder war zufrieden mit dem Programm, welches wir zuvor im Unterricht besprochen hatten, obwohl es manchmal zu leichten Abweichungen kam, abhängig von dem Wetter oder unserer Laune. Wir, als Schüler, hatten die Möglichkeit unseren Aufenthalt selber zu gestalten und uns frei zu bewegen, wodurch uns auch von den Lehrern Verantwortung und Selbstständigkeit übertragen wurde.

Kulinarische Highlights in Paris

Der indische Grieche:

Ausgehungert in Paris angekommen, befanden wir uns auf der Suche nach einem authentischem Mahl im Quartier Latin an der Seine. Nachdem wir an vielen potentiellen Gaststätten vorbeigegangen waren, hatte Daniel die blendende Idee unser Glück in einem griechischem Kebab-Laden zu versuchen. Angelockt von dem günstigen Preis (5.50€, was für Paris sehr günstig ist) und der zahlreichen Kundschaft war es auf den ersten Blick unsere Erlösung. Der Schein trügt. Nach den ersten fünf Happen merkten wir, dass unsere köstlichen warm dampfenden krossen Kebabs weder köstlich kross noch warm dampfend waren. Durchweichtes Brot, kalte Fritten und trockenes Fleisch machten es uns schwer trotz dem enormen Bedürfnis nach Sustinenz unser Mahl zu genießen. Nach dem zehnten Happen merkten wir auch, dass uns der griechische Kebab nicht von Griechen sondern Indern in Griechenland-Schürzen serviert wurde, was uns etwas suspekt vorkam. Kurz gesagt – es mundete nicht. Unser Mahl endete damit, dass wir uns in einem Starbucks befanden und mithilfe warmen Kaffees versuchten, unsere Körper von dem Fraß zu befreien.

Der Abend wäre fast genau so verlaufen, hätte Armin uns nicht aus einer ebenfalls brenzligen Situation befreit. Verschreckt vom indischen Griechen, suchten wir etwas komplett anderes, am besten so weit von Griechenland weg wie möglich. Einen Chinesen. Von außen sah das Restaurant ganz in Ordnung aus, sie hatten Ente, ein Aquarium und gute Bewertungen. Doch der Schein trügte mal wieder. Nach dem öffnen der Speisekarte merkten wir, dass wir hier leider keinen ordentlichen Happen zu Essen bekommen konnten, da die Bildbeispiele sehr unappetitlich aussahen und dann die Gerichte auch noch zu Wucherpreisen angeboten wurden. Das Problem war, dass wir uns bereits gesetzt hatten und es peinlich wäre jetzt einfach aufzustehen und zu gehen. Zum Glück hatte Armin die Idee, einen Anruf vorzutäuschen, dass unsere Schülergruppe zurück zum Treffpunkt kommen soll, was er der Kellnerin dann mit vorgetäuschter Trauer ebenfalls auf französisch berichtete. Es war leider immer noch etwas unangenehm das Restaurant zu verlassen, da wir immer noch Hunger hatten und uns die Angestellten mit so einem fiesen Blick angesehen haben, dass wir dachten sie hätten uns mit einem alten teuflischen chinesischen Fluch belegt. Wir fanden unser Glück später aber in einem anderen Chinesen, wo wir endlich etwas Ordentliches essen konnten. Dies aber nach einer ewigen Suche, die sich über Kilometer erstreckte.

Französische Spezialitäten

Nach dem Trauma des vorherigen Tages, beschlossen wir, von nun an nur Regionales zu essen. Das begann auch schon mit dem Frühstück. Als wir unseren Kaffee in Schüsseln serviert bekommen haben, machten wir große Augen, doch lernten wir dann, dass es dort so normal ist. Trotzdem hatten wir Hemmungen, traditionsgemäß unsere Brote hineinzutunken. Den nächsten Snack-Point hatten wir am Markt. Dort fanden wir viele gut aussehende Speisen wie Crèpes, Falafel und gefüllte Teigtaschen aber auch ungewohnterer Sachen wie Gehirne und so ziemlich jeden Fisch den die Menschheit jemals aus dem Wasser holte. Hinterher schlürften wir gemeinsam einen Tee in der Grande Mosquée de Paris. Den Höhepunkt der kulinarischen Erlebnisse erlebten wir auch an jenem Tag. Auf der Rue Mouffetard wurde uns ein authentisches Lokal empfohlen, welches wir direkt ausprobieren mussten. Als wir uns setzten trauten wir unseren Augen nicht: 3-Gänge Menüs für 12€. Mitten in Paris. Serviert von echten Franzosen. Die Auswahl fiel nicht leicht. Zur Vorspeise gab es Escargots (Schnecken) mit Baguette und Kräuterbutter. Leider hatte keiner einen blassen Schimmer wie man die Biester isst, da das Besteck sehr ungewöhnlich war, doch der freundliche Kellner zeigte es uns. Sie waren außergewöhnlich gut, überhaupt nicht wie man sich eine Schnecke vorstellt. Geschmeckt hat es hauptsächlich nach Kräuterbutter. Im Anschluss gab es gebratene Ente und Huhn mit Curry und Reis wie wir noch nie zuvor gebratene Ente und Huhn mit Curry und Reis gegessen haben. Getränke waren auch kostenlos. Als Dessert gab es natürlich Crème Brûlée: Kühle Creme auf einem heißen Teller mit perfekter Karamellkruste oben drauf. Gut gesättigt genossen wir hinterher einen exzellenten Kaffee und fühlten uns für den Rest des Tages gut gesättigt.

Auch am nächsten Tag erwarteten uns positive Überraschungen. Nach einem angenehmen Frühstück und einem entspannten Besuch im Louvre speisten wir in einem weiteren authentischen Lokal nahe des Einkaufszentrums Les Halles. Dort gab es auch mehrere Gängen für wenig Geld; ein krönender Abschluss eines differenzierten kulinarischen Abenteuers.

Transport

Der Transport in das wunderschöne Paris erfolgte klassisch mit dem Thalys. Um 6:15 haben sich alle teilnehmenden Schüler der EF und Q1 am Eingang des Kölner Hauptbahnhofs getroffen, um anschließend um 6:44 die Reise nach Paris anzutreten.

Unsere reservierten Plätze im Thalys befanden sich unmittelbar vor der Bar. Dies bat uns eine angenehme Möglichkeit, um sich hin und wieder die Beine zu vertreten oder Speis und Trank käuflich zu erwerben. Die Fahrt verlief sehr unproblematisch. Auch war es möglich hin und wieder etwas zu schlafen. Nach einer angenehmen, dreistündigen Fahrt kamen wir schließlich am Pariser Nordbahnhof, dem Gare du Nord, an. Von dort an lernten wir unser Haupttransportmittel für die künftigen Tage kennen: Die Metro. In der Stadt selbst bewegten wir uns ausschließlich per Metro und Fuß fort. So konnten wir den Flair der Stadt bestmöglich wahrnehmen und auch kleinere Ecken und Gassen erkunden. Die Metrostationen weichen optisch stark voneinander ab. Neben schönen und modernen Stationen wie der Station „Louvre Rivoli“, gibt es auch sehr unattraktive und verschmutze wie die „Trinité“. Die Metro ist das Transportmittel schlecht hin in Paris, um alle Orte schnell und einfach zu erreichen. Durch das Fahren der Bahnen in einem Fünfminutentakt, waren kurze Wartezeiten garantiert. Die Bahnen der Linie 1 und 14 fahren komplett automatisiert. Die anderen Linien werden jedoch ganz normal von einem Bahnfahrer gesteuert. In den Wagons selbst herrscht, ähnlich wie auch in Deutschland, eine große Anonymität. Es wird teilweise geschubst und gedrängelt, aber das ist vollkommen normal in einer Metropole wie Paris. 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sowohl der Transport von Deutschland nach Frankreich, als auch der Transport in Paris selbst, problemlos und angenehm verlief.

Wenn der Französischunterricht hautnah wird…

Als Schüler fragt man sich in vielen Fächern, ob die gelehrten Inhalte für den einen oder anderen in der Zukunft noch einen Wert haben. Denn jeder bekommt, mit mehr oder weniger Interesse, unendliche Inhalte eingetrichtert.

Im Fach Französisch haben wir die Metropole Paris mit mehr oder weniger Interesse behandelt. Allerdings kam der Vorschlag von unserer Französischlehrerin, eine Parisexkursion zu veranstalten. Dieser Gedanke schien tatsächlich bei vielen eine Wirkung erzielt zu haben.

Im Unterricht setzten wir uns daher vor der Reise unter anderem mit folgendem Gesichtspunkt auseinander, auf den hauptsächlich Bezug genommen wird:

  • Die Vor- und Nachteile der Stadt:

Als Touristen in einer Metropole legten wir offensichtlich das Augenmerk auf die schönsten,            attraktivsten, kulturellsten und bekanntesten Ecken und Sehenswürdigkeiten der Stadt, sodass man nur verhältnismäßig die Gesichtspunkte aus dem Unterricht hautnah erleben konnte.

Bereits am ersten Tag mussten wir, bezüglich des Preis–Leistungsverhätnisses, viel für die Gerichte und Getränke ausgeben (s. „Der indische Grieche“). Addiert man die Ausgaben, die man auf der gesamten Exkursion erzielt hat, so kommt man auf eine Summe zwischen 100-200 Euro, unter anderem für Souvenir, Klamotten, Gerichte und Getränke und für die Metro. Zumal wir über die Metro im Unterricht auch gelernt haben, dass die Pariser oft aggressiv und genervt wirken. Dazu kommt, dass wir es mit drängelnden und schubsenden Menschen zu tun hatten. Interessant an der Metro allerdings ist, dass die Türen kurz vor dem Anhalten der Bahn geöffnet werden können.

Was wohl verständlich, aber doch nervend ist, ist, dass jene Metropole unzählige Touristen anzieht. Daher wies unsere Lehrerin bereits im Unterricht darauf hin und warnte uns vor Diebstählen aufgrund der hohen Menschenmenge.

Allerdings ist die Stadt Paris als Metropole ihre Bezeichnung würdig. Neben ihren symbolischen Sehenswürdigkeiten, wie den Eiffelturm oder die Notre Dame, die die Stadt in ihrer Pracht schmücken, gibt es deutlich auch positive Aspekte zu benennen. Aus dem Unterricht geht hervor, dass alles Mögliche nahegelegen ist: Geschäfte, Läden, Bars, Restaurants, Sportvereine etc.

Des Weiteren behandelten wir den Song „Paris t'es belle“ und waren uns schließlich in Paris sicher, dass diese Stadt lebt. Es zeigte sich, dass viele Bars und Kneipen rund um die Uhr geöffnet haben, als auch die Stadt in der Nacht lebt (vgl. „Paris la nuit, J'ai pas dormi“)    

Paris überzeugte auch als eine deutlich modebewusste Metropole, wie die Mädchen aus unserer Gruppe in der großen Einkaufswelt „Les 4 temps“ in der La Défense erfahren durften.

Anhand dieser Vergleiche kann sicher gesagt werden, dass der Französischunterricht alleine nicht reicht, um über Paris zu erfahren. Man muss die Weltmetropole sehen, fühlen und erleben, um überhaupt überzeugt von der französischen Schönheit zu sein. Es gibt sicherlich einige negative Punkte, doch wir sind uns einig, dass die positiven Ansätze deutlich über die negativen überragen. Deshalb hat es sich gelohnt, einen Bezug zum Französischunterricht indirekt genommen und ihn gleichzeitig hautnah erlebt zu haben.