Zusammenfassung, Evaluation und Ausblick

Seit 2010 ist das Heinrich-Heine-Gymnasium ein Gymnasium des gebundenen Ganztags. Um diesen schülerorientiert und didaktisch sinnvoll  zu gestalten, sind auch vielfältige neue Schulentwicklungsprozesse angebahnt und neue Strukturen geschaffen worden. Deswegen stand auch die Öffnung der Schule in Hinblick auf Kooperationen mit außerschulischen Partnern im Fokus der Schulentwicklung der letzten Schuljahre. Wir haben gezielt den Weg zu außerschulischen Partnerinnen und Partnern gesucht und diese mit der AWO Köln sowie acht Sportvereinen aus dem Einzugsgebiet gefunden. Der Neubau der Mensa mit zusätzlichen Aufenthaltsräumen für Schülerinnen und Schüler wurde 2015 fertiggestellt, die Konzepte unseres Ganztages wurden an diese neuen räumlichen Möglichkeiten angepasst.

Seit 2013 arbeiten wir im Netzwerk „Lernpotentiale NRW“ mit. Wir sind in diesem Zusammenhang sehr stolz darauf, seit dem Schuljahr 2015/16 auf der Homepage von QUA-LiS NRW als ‚best-practice-Schule‘ für ‚Kooperationen mit außerschulischen Partnern im Bereich der erweiterten Bildungsangebote im Ganztag‘ aufgeführt zu sein, wo die Themenfelder „Individuelle Förderung“ sowie „Organisation der Lernzeiten“ als nachahmenswerte Modelle genannt werden.

Um unseren Schülerinnen und Schülern gezielt Möglichkeiten zur Individualisierung und Spezifizierung ihrer Schullaufbahnen anzubieten, haben wir uns verstärkt um eine Professionalisierung in den Bereichen der Berufswahlorientierung, der MINT-Fächer und besonders der Sprachförderung bemüht, wovon auch die im Schuljahr 2015/16 eingerichtete Internationale Vorbereitungsklasse (IVK) profitiert.

In den letzten Jahren hat das Heinrich-Heine-Gymnasium mit ‚PlurCur‘ (2012-2015), dem ‚Berufswahlsiegel‘ (2014), der ‚MINT-freundlichen Schule‘ und ‚CyberMentor‘ (Ende 2015 / Anfang 2016) verschiedene Zertifizierungen erreicht. Das ‚Exam Preparation Centre Cambridge‘ führen wir schon seit mehreren Jahren erfolgreich durch. Zusätzlich zu den Angeboten der zertifizierten Bereiche bestehen Kooperationsverträge mit dem Programm ‚Erasmus+‘, mit zwei Krankenkassen sowie der Arbeitsagentur Köln und dem Kölner Jugendamt.

Am Heinrich-Heine-Gymnasium legen wir besonderen Wert auf das soziale Miteinander, was sich auch in unseren Leitgedanken widerspiegelt. Ganz besonders gefreut hat uns, dass wir den Kölner Umweltpreis mit unserem Projekt ‚Klimawald 2014‘ und den Kölner Ehrenamtspreis mit der Betreuung von Patienten im Klinikum Merheim 2015 gewinnen konnten.

Die Leitgedanken sollen von den Schülerinnen und Schülern auch untereinander gelebt werden. Der respektvolle Umgang mit Mitschülerinnen und Mitschülern wird durch unser umfassendes Beratungskonzept, das den Fokus auf Prävention legt, gezielt gestärkt. Die drei Beratungslehrerinnen unserer Schule arbeiten mit den anderen Kolleginnen und Kollegen Hand in Hand, um bei etwaigen Schwierigkeiten in einzelnen Klassen gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern Lösungen zu entwickeln und Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer systematisch zu entlasten. Seit dem Schuljahr 2016/17 gibt es mit Frau Molitor auch eine Schulsozialarbeiterin am HHG, die in enger Kooperation die Klassenleitungen und auch die Beratungslehrerinnen unterstützt.

Als ein Ort, an dem Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammentreffen und gemeinsam lernen, ist unsere Schule um den sensiblen und wertschätzenden Umgang mit dieser Diversität bemüht, denn sie stellt die Basis her für Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit. Daher wird derzeit eine unserer Kolleginnen, die selbst eine Zuwanderungsgeschichte hat, in einem mehrere Wochenenden umfassenden Qualifizierungsseminar ausgebildet und lernt dort grundlegende Handlungsfelder interkultureller Schulentwicklung kennen, um ein für unsere Schule passendes Integrationskonzept zu erarbeiten.

Der Sport stellt an unserer Schule eine wichtige Säule der konzeptionellen Arbeit dar, die auf der Sportbegeisterung unserer Schülerinnen und Schüler und den guten räumlichen Voraussetzungen gründet. Neben bereits im ‚Sportkonzept‘ genannten Kooperationen und spezifischen Förderungen dokumentiert dies regelmäßige Teilnahme an regionalen und überregionalen Wettbewerben und Turnieren. So konnten wir uns etwa im Jahr 2014 erfolgreich für den „Sportsfinder Day“ bewerben und haben im Jahr 2015 mit zwei Staffeln die Kölner Stadtmeisterschaft beim Köln Marathon gewinnen können.

In der Lebenswelt unserer Schülerinnen und Schüler ist der Umgang mit digitalen Medien mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden. Dies hat entsprechenden Einfluss hat auf die Unterrichtsentwicklung und –gestaltung an unserer Schule. So haben wir etwa mit der Bewerbung als CAS-Schule bei der Stadt Köln im Jahr 2013 die mediale Ausstattung der Schule erheblich verbessern können. Zusätzlich nehmen wir am iPad-Projekt der Stadt Köln in Zusammenarbeit mit der Universität zu Köln teil. Im Feld der Unterrichtsentwicklung nimmt unser Medienkonzept einen großen Raum ein, um der zunehmenden Bedeutung des digitalen Lernens in der Zukunft Rechnung zu tragen.

Trotz aller genannten positiven Entwicklungen ist Schulprogrammarbeit und die damit verbundene Schulentwicklung am Heinrich-Heine-Gymnasium niemals ein abgeschlossener Prozess. Es ist immer notwendig, Prozesse kritisch zu hinterfragen, sie gegebenenfalls zu verändern und zu verbessern. Neue Rahmenbedingungen führen dazu, dass unsere schulinternen Entwicklungsprozesse stetig hinterfragt und neu ausgerichtet werden. Zum Teil entstehen auch völlig neue Arbeitsbereiche. Wir haben zur stetigen Fortschreibung unserer Schulentwicklungsschwerpunkte eine ‚Steuergruppe zur Schulprogrammarbeit‘ gegründet, bestehend aus Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern und der Schulleitung. In enger Absprache mit den für die jeweiligen Bereiche zuständigen Lehrerinnen und Lehrern möchten wir in demokratischen Prozessen Schwerpunkte unserer Arbeit kritisch hinterfragen, Probleme erkennen und Lösungen finden. Durch Fragebögen, informelle Gespräche, Dienstbesprechungen und Konferenzen werden die Ideen und Interessen aller Beteiligten berücksichtigt. Auch aus den über SEFU gewonnenen Erkenntnissen zum Unterricht sowie aus den Rückmeldungen der Qualitätsanalyse NRW lassen sich Anregungen für die Fortschreibung des Schulprogrammes und zukünftige Schwerpunkte der Schulentwicklung gewinnen. Die jeweils aktuellen Zielvereinbarungen und Arbeitsfelder für ein Schuljahr werden zu Beginn eines Schuljahres definiert und sind unter dem Stichwort ‚Arbeitsschwerpunkte‘ auf der Homepage des HHG (www.hhgonline.de) für alle einsehbar, genauso wie ein Organigramm, das den für das Schuljahr geltenden Geschäftsverteilungsplan aufzeigt.

Derzeit entwickeln wir Maßnahmen zur Ausgestaltung des Ganztags und zur Umsetzung der Maßnahmen in G8. Hier arbeiten wir weiterhin mit dem Netzwerk Lernpotentiale und QUA-LiS zusammen.

Wir wollen die Schülerinnen und Schüler durch die Verbesserung der vorhandenen Strukturen dazu befähigen, noch mehr als bisher eigenverantwortlich zu arbeiten, etwa durch den Einsatz eines durch die Schule entwickelten Terminplaners und durch unser Vertretungsstundenkonzept.

Uns ist es wichtig, die durchgängige Sprachbildung der Schülerinnen und Schüler zu fördern, indem wir die sprachlichen Anforderungen im jeweiligen Fach bestimmen und systematisch fördern. Ausgehend vom Prinzip des Scaffolding sollen die Lernenden innerhalb des Fachunterrichts Schritt für Schritt im Lesen, Schreiben und beim Erwerb von Fachwortschatz und grammatischen Strukturen unterstützt werden. Um hierfür innerhalb unterschiedlicher Fachgruppen eigene Aufgaben zu entwickeln, dient unser zweiter Fortbildungstag am Mittwoch, den 01.03.17

Auch die Medienerziehung wollen wir weiter vorantreiben, indem wir ab dem kommenden Schuljahr die durch das ‚iPad-Projekt‘ vorhandenen iPads in allen Jahrgangsstufen einsetzen. Durch Fortentwicklung unseres Medienkonzeptes wollen wir – unterstützt durch Fortbildungsangebote – eine fächerübergreifende Medienerziehung erreichen.

Mittlerweile haben wir das Lehrer-Raum-Prinzip eingeführt, das zu einer äußerst positiven Umgestaltung der Lernumgebungen und zu methodisch-didaktischen Veränderungen, besonders im Ganztag, geführt hat. Derzeit ist eine Arbeitsgruppe damit beschäftigt, Mittel und Wege zu finden, um organisatorische Widrigkeiten zu beseitigen oder abzuschwächen, die insbesondere zu Lasten der Lernenden gehen, wie etwa zu volle Schulranzen oder zu geringe Pausenzeiten beim Raumwechsel.

Darüber hinaus möchten wir verstärkt die Evaluation als weiteren Motor zur Schulentwicklung nutzen. Hierfür haben wir eine ‚Steuergruppe Evaluation‘ im Jahr 2015 gegründet, wiederum bestehend aus Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern, Eltern und Schulleitung. Diese Steuergruppe hat als ersten Schwerpunkt im Schuljahr 2015/16 das Thema ‚Kommunikation am HHG‘ ausgewählt. Eine mit Hilfe der Evaluationsplattform IQES durchgeführte Befragung einer exemplarischen Auswahl von Lernenden hatte zum Ergebnis, dass neben einer wertschätzenden Kommunikation der Lernenden und Lehrenden untereinander die Vermittlung von aktuellen Informationen, wie etwa dem Klausur- oder Vertretungsplan noch verbesserungswürdig ist. Die Probleme liegen hier aber insbesondere im technischen Bereich, um den wir uns infolgedessen in den kommenden Monaten verstärkt kümmern wollen. In diesem Zusammenhang stehen wir in engem Kontakt mit dem IT-Support der Stadt Köln und setzen in einem bis zum Schuljahresende fortdauernden Projekt unsere Homepage neu auf.   

Neben den im Geschäftsverteilungsplan dargestellten Verantwortlichkeiten stimmt die Steuergruppe zur Evaluation am HHG die jeweils aktuellen Themen einer Evaluation an unserer Schule ab und koordiniert deren Umsetzung. Alle Evaluations- und Entwicklungsprozesse werden zudem eng vonseiten der ‚Steuergruppe Schulprogrammarbeit‘ begleitet.

Wir freuen uns auf die zukünftigen Herausforderungen!

Köln, den 29.01.2016