Sozialraum Schule - Das "Wir" gestalten

"Safety first" - Lernen ist nur möglich im stressfreien Raum. Um die Voraussetzung hierfür zu schaffen, stellte sich ein Lehrerteam des Heinrich-Heine-Gymnasiums die Frage, wo und in welchem Maße unsere SchülerInnen Sozialkompetenzen erwerben, in welchen unterrichlichen und außerunterrichtlichen Veranstaltungen die Stärkung sozialen Verhaltens explizit zum Gegenstand erhoben wird.
Der Befund überraschte alle Beteiligten und regte zu weiteren Initiativen an. Die Ergebnisse finden Sie in den folgenden Synopsen dokumentiert.

1. Sozialraum HHG
2. Spiralcurriculum: Stärkung sozialer Kompetenzen am HHG
3. Konzept: Gewaltprävention am HHG

 


Sozialraum HHG

2. Spiralcurriculum: Stärkung sozialer Kompetenzen am HHG

Jgst.

Außerunterrichtliche
Angebote

Klassenleitung
Deutsch
Religion/Ethik
Politik
Sport
Biologie
5.1 "Klasse für Klasse"
Betreuung durch Schlümpfe und Streitschlichter

Orientierungs-
stunde

Wer bin ich-
wer sind die anderen?

Die anderen und ich. Klasse als Team. Streit friedlich zu Ende Führen. Streitschlichtung.

Vertrauens-
und
Kooperationsspiele


5.2 Konflikttraining durch coole pänz
"Klasse für Klasse"
Betreuung durch Schlümpfe und Streitschlichter
Orientierungs-
stunde

Gebote/
Wahrheitsthema
Wie sehen Familien heute aus? Etwas wagen und verantworten
(Turnen/Akrobatik mit dem bsonderen Schwerpunkt
Raucher-
prävention
6.1 Erlebnisorientierte Klassenfahrt Konflikttraining
"Klasse für Klasse"
Betreuung durch Schlümpfe und Streitschlichter
Orientierungs-
stunde





6.2 "Klasse für Klasse"
Betreuung durch Schlümpfe und Streitschlichter
Orientierungs-
stunde



Ringen und Kämpfen
-Regeln einhalten
-den Körper des anderen achten

7.1 Geplant:
Betreuung durch Peers zur Suchtprävention






7.2 Geplant:
Betreuung durch Peers zur Suchtprävention





Suchtmittel
8.1

 




Jugendliche heute. Mädchen-Jungen Gewalt unter Jugendlichen.
"Teen Courts"



8.2 Rekrutierung der Streitschlichter und Ausbildung.
Suchtprävention:
Peer Project
Schüler beraten Schüler
Rekrutierung und Ausbildung


Süchte?
Was ist das?
Jugendkriminalität
Gerichtsbesuch

Stoffkunde der illegalen Drogen
9.1

"Klasse für Klasse"
-Streitschlichtung in Jg. 5/6
-Aktionen zur Suchtprävention in Jg. 7







9.2 "Klasse für Klasse"
-Streitschlichtung in Jg. 5/6
-Aktionen zur Suchtprävention in Jg. 7






 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3. Das Konzept "Coole Pänz" – Gewaltprävention am HHG

1. Titel, Inhalt, Zielgruppe

Titel des Projektes ist: "coole Pänz" - Gewaltprävention im Heinrich-Heine-Gymnasium, Köln- Ostheim.

Inhalt: In diesem Gruppenangebot soll mit unterschiedlichen Methoden (wie Bewegungsspiele, Improvisationsphasen, Kleingruppenarbeit, Reflexionsphasen) das Ziel der Gewaltprävention und Persönlichkeitsstärkung bearbeitet werden.
Die Zielgruppe sind Jungen und Mädchen in jeweils getrennten Gruppen im Alter von 11-12 Jahren. Dieses Angebot will die Kinder vor der Pubertät erreichen, um aggressives und destruktives Verhalten der Kinder frühzeitig zu verhindern und präventiv anzugehen.
Die Gruppenstärke soll 14-16 Kinder umfassen.
Das wöchentliche Training wird jeweils 90 Minuten stattfinden und für eine Gruppe jeweils 8 Wochen dauern. Es sind zwei Trainings für Mai und Juni 2008 (Schuljahr 2007 / 2008) und zwei Trainings zwischen August und Dezember 2008 (Schuljahr 2008 / 2009) geplant.
Ein erfahrener Trainer für Selbstbehauptung, Kampfkunst, Deeskalation und Coolness wird das wöchentliche Training durchführen.


2. Die Ziele

Die Ziele sind Persönlichkeitsstärkung, Erlernen von Möglichkeiten zur Konfliktbearbeitung sowie von Möglichkeiten der Selbstbehauptung, außerdem Erlernen von interkulturell wertschätzendem Verhalten untereinander.
Die Kinder lernen in der Gruppenarbeit Selbstvertrauen, Wertschätzung und Toleranz anderen gegenüber und können erlernte Verhaltensmuster unmittelbar in der Schule und im Klassenverband anwenden.

2.1 Persönlichkeitsstärkung

Die Maßnahme soll zur Persönlichkeitsstärkung der Kinder beitragen, indem das Selbstbewußtsein, das Selbstwertgefühl und die Selbständigkeit gezielt gefördert werden.

2.2 Möglichkeiten zur Konfliktbearbeitung

Das Erlernen von Möglichkeiten zur Konfliktbearbeitung beinhaltet eine altersgemäße Reflexion des gesellschaftlich tradierten Rollenverhaltens, das Erlernen von „Spielen statt Kämpfen", das Herantasten an die eigenen Grenzen, intensive und positive Gruppenerfahrungen, das Erlernen von Möglichkeiten der Interaktion, Kooperation und Kommunikation in der Gruppe sowie von Meditation und kindgemäßer Entspannung.


2.3 Möglichkeiten der Selbstbehauptung

Das Selbstbehauptungstraining beinhaltet im Rahmen der Kommunikationskompetenz

• ein Sensibilisieren für die alltägliche Gewalt und die eigene passive und aktive Betroffenheit,

• eine positive und kreative Umsetzung des eigenen Aggressionspotenzials,
• das Erkennen und Akzeptierenlernen eigener Grenzen und der Grenzen anderer und sowie das Erlernen von Selbsteinschätzung,
• die Auseinandersetzung mit der Frage, ob Jungen Angst haben dürfen,
• das Erkennen und Vermeiden von Opfersignalen,
• das Erkennen von Provokationen,
• das Erlernen von Deeskalationstechniken,
• das Erlernen von Hilfe holen: Wie? Wo? Bei wem?

Im Rahmen der Bewegungskompetenz beinhaltet das Selbstbehauptungstraining

• freies Atmen,
• Körperwahrnehmungs- und Spannungsübungen,
• schützendes Stehen,
• sicheres Bewegen und Ausweichen durch Bewegungsspiele,
• fallen und wieder aufstehen,
• Abwehr von Schlägen und Tritten,
• Befreiung aus Haltegriffen.


3. Die Arbeitsweisen

Mit dem/der Partner/in Spielen statt Kämpfen" ist eine wichtige Ausgangsbasis für das Training. Vertrauensbildende Spiele und Übungen stehen am Anfang eines Trainings. In einer zweiten Phase erfolgt die Auseinandersetzung mit dem/der Partner/in und der Gruppe. Gut vorbereitet können in einer weiteren Phase Aktionen (z.B. Teamaufgaben, Zweikämpfe nach Regeln, Übungen zu Grenzerfahrung) erfolgen, die gegenseitiges Sichern, Helfen und die (Be-)Achtung des/der Partner/in erfordern.
Die Inhalte werden in Form von Bewegungsspielen, Übungen, Improvisationsphasen, Kleingruppenarbeit, Reflexionsphasen, etc. vermittelt.

Selbstwertgefühl, physische und psychische Kraftentwicklung

• Spiele und Übungen zu Stärken und Schwächen
• Ringen und raufen
• Kämpfen nach Regeln
• Standhaftigkeit und Haltung
• Willensschulung
• Konzentrations- und Intuitionsschulung

Kooperation, Sozialverhalten und Verantwortungsgefühl

• Spiele und Übungen aus dem Abenteuer- und Erlebnissport
• Vertrauensfördernde Maßnahmen
• Soziogramme/Positionen in Teams
• Bedeutung der Teamarbeit
• Problemlösungen finden
• Steigerung der Frustrationstoleranz
• Verdeutlichung des Kommunikationsverhaltens
• Entwicklung eines Wir-Gefühls

Konfliktbearbeitung

• Verschiedene Konflikttypen
• Eigenes Verhalten in Konflikten
• Umgang mit Konflikten
• Konfliktlösungsstrategien
• Stressmanagement

Selbstverteidigung

• Technikschulung
• Leicht erlernbare und effektive Verteidigungstechniken

Selbstbehauptung und Kommunikation

• Einsatz und Wirkung von Körpersprache
• Umgang mit Provokationen
• Einsatz von Gestik, Mimik, Stimme, Ton
• Haltung, Distanz
• Einsatz von Sprache zur Deeskalation
•„Ichzen", Ich-Form kontinuierlich anwenden