Deutsch-israelische Freundschaft: Ein Festakt im Kölner Rathaus

Am 22.06.2015 fand in der Piazzetta des Historischen Rathauses zu Köln eine Veranstaltung statt, die im Jahr des fünfzigjährigen Bestehens der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel das Hauptaugenmerk auf die regen Austauschprogramme für Jugendliche gerichtet hat. Köln hat dabei eine Vorreiterrolle inne, denn bereits 1960 kam es zu einem bilateralen Austausch zwischen der deutschen Stadt und der israelischen Partnerstadt Tel Aviv-Yafo. 

Das Heinrich-Heine-Gymnasium hat im Februar 2014 bereits zum zweiten Mal einen trilateralen Austausch mit Tel Aviv-Yafo und der palästinensischen Stadt Beit Jala bei Bethlehem organisiert und sich so dort unter anderem für die Verständigung beider Staaten eingesetzt. Aus diesem Grund waren die organisierenden Lehrerinnen Frau Artmann und Frau Schneider-Kirchheim geladen sowie die TeilnehmerInnen Patrizia Disselhoff und Armin Roick aus der Q1. 

Nachdem verschiedene deutsche und israelische politische Würdenträger ihre Grußworte an die Zuhörenden gerichtet hatten, in denen besonders die Freundschaft zwischen Deutschland und Israel betont wurde, begann die erste Podiumsrunde. An dieser nahmen auch Frau Artmann und Armin Roick teil, die ihre Erfahrungen und Eindrücke bei der Organisation respektive Partizipation eines Austausches im Nahen Osten schilderten und auf diese Weise dem Auditorium vor allem darlegten, wie spannend und nachhaltig ein solches Projekt ist. Besonders interessant waren auch die Schilderungen einer Teilnehmerin, die 1966 als Schülerin nach Israel gereist war; es gab viele Parallelen zu den Erfahrungen der Schüler heute. 

Anschließend berichtete der Wahl-Israeli Tom Franz von seinen Erfahrungen. Er hatte ursprünglich an einem Austausch mit Israel teilgenommen, das Land hatte ihn schon damals fasziniert. Nach seinem dort verbrachten Zivildienst zog er nach Tel Aviv, wo er seine Frau kennenlernte. Sie veranlasste den studierten Juristen und guten Koch an einer Kochshow teilzunehmen, die sich in Israel größter Beliebtheit erfreut. Er gewann das Format und moderiert nun seine eigene Kochshow – er ist bestens in die israelische Gesellschaft integriert. 

Auch viele Freiwilligendienstler nahmen an der Veranstaltung teil und berichteten auf der Bühne von ihren Erlebnissen in verschiedenen Einrichtungen, wie beispielsweise einem Heim für behinderte Kinder. Alle waren sehr glücklich über ihre gesammelten Erfahrungen und gaben den Tonus eines offenen und toleranten Israels wieder. Ein Besuch dieses Landes lohnt sich insbesondere für junge Menschen. Auch die Organisatoren der Kölner Freiwilligen Agentur kamen zu Wort und erzählten von der angenehmen Vermittlung junger Menschen in den Nahen Osten. 

Modo grosso eine sehr gelungene Veranstaltung, die hoffentlich viele Menschen dazu anregt, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und eigene Erfahrungen zu sammeln! Meiner Auffassung nach kann es nur auf diesem Weg zu einer Völkerverständigung kommen – vielleicht eines Tages sogar zu dauerhaftem Frieden. 

Armin Roick, Q1